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Mainboard kaufen

Das Mainboard ist die Schaltzentrale deines PCs – hier stecken CPU, RAM, Grafikkarte und SSDs zusammen. Trotzdem ist es die Komponente, bei der am meisten Geld für Ausstattung verbrannt wird, die beim Zocken nichts bringt. Die wichtigste Nachricht vorweg: Das teuerste Board macht dein Spiel keine Bildrate schneller. Was wirklich zählt, ist die Passung – zur CPU, zum Gehäuse und zu dem, was du anschließen willst. Hier erfährst du in Klartext, worauf es ankommt – mit klarer Empfehlung und den aktuellen Mainboard-Deals.

Schnell-Empfehlung

Für die allermeisten reicht ein solides Mittelklasse-Board mit B-Chipsatz: bei AMD ein B650 zum aktuellen AM5-Sockel, bei Intel ein B760 (LGA1700) oder B860 (LGA1851). Achte auf den Formfaktor (passt es ins Gehäuse?), DDR5-Support, zwei M.2-Slots und – wenn du es brauchst – WLAN on-board. Das teure X- oder Z-Board mit PCIe 5.0 überall lohnt fast nur für Übertakter und heiße High-End-CPUs.

Zuerst der Sockel – alles andere folgt der CPU

Die allererste Frage beim Board-Kauf hat mit dem Board selbst wenig zu tun: Welche CPU soll rein? Denn der Sockel muss exakt zu deinem Prozessor passen, sonst passt physisch gar nichts zusammen. AMD nutzt aktuell AM5 für alle modernen Ryzen-Prozessoren (Ryzen 7000, 8000 und 9000). Intel fährt gerade zweigleisig: den etablierten LGA1700 (12., 13. und 14. Core-Generation) und den neueren LGA1851 für die Core-Ultra-200-Reihe. Ein AM5-Board nimmt niemals eine Intel-CPU auf und umgekehrt – und selbst zwischen den beiden Intel-Sockeln gibt es keine Kompatibilität.

Der Sockel entscheidet nebenbei über deine Aufrüst-Zukunft. AMDs AM5 ist erklärtermaßen langlebig angelegt, du kannst dort über mehrere CPU-Generationen im selben Board bleiben. Intel wechselt den Sockel traditionell häufiger, weshalb ein späterer CPU-Tausch dort oft auch ein neues Board bedeutet. Wer Wert auf ein günstiges Upgrade in zwei, drei Jahren legt, hat mit AM5 die entspanntere Plattform.

Kauf immer erst die CPU (oder entscheide dich für sie) und dann das passende Board – nie umgekehrt. Und wirf vor dem Kauf einen Blick in die CPU-Support-Liste des Herstellers: Manchmal braucht ein älteres Board erst ein BIOS-Update, um eine ganz neue CPU zu erkennen.

Der Chipsatz bestimmt die Ausstattung – nicht die Spiele-Leistung

Innerhalb eines Sockels gibt es mehrere Chipsatz-Klassen, und hier steckt das größte Sparpotenzial. Der Chipsatz legt fest, wie viele schnelle Anschlüsse, M.2-Slots und USB-Ports das Board bietet und ob sich CPU und RAM übertakten lassen – auf die Bildrate im Spiel hat er praktisch keinen Einfluss. Bei AMD staffelt sich das von günstig nach teuer als A620, B650/B650E und X670/X670E (in der jüngsten Generation ergänzt um B850 und X870). Bei Intel läuft es analog über H610, B760 und Z790 auf dem LGA1700 – beim neueren LGA1851 heißen die Pendants B860 und Z890.

Für die allermeisten ist die Sache damit klar: Ein B-Chipsatz reicht. B650 bei AMD, B760 (oder B860) bei Intel bieten alles, was ein Gaming-PC braucht – genug M.2- und USB-Anschlüsse, DDR5, RAM-Übertaktung und solide Stromversorgung. Die teuren X- und Z-Boards liefern vor allem mehr PCIe-5.0-Lanes, mehr Anschlüsse und CPU-Übertaktung – Dinge, die ein reiner Gamer selten braucht. Das teuerste Board macht kein Spiel schneller – der Aufpreis fließt in Ausstattung, nicht in fps.

Ein Sonderfall bleibt: Willst du eine Intel-CPU der K-Reihe manuell übertakten, brauchst du dafür ein Z-Board. AMDs Ryzen lassen sich dagegen auch auf B-Boards übertakten – ein weiterer Grund, warum B650 dort so beliebt ist.

Formfaktor: die Größe muss ins Gehäuse passen

Mainboards gibt es in drei gängigen Größen, und die muss zu deinem Gehäuse passen. ATX ist der Standard: die meisten Slots, die beste Ausstattung, gedacht für normale Midi-Tower. Micro-ATX (mATX) ist etwas kleiner, meist günstiger und für einen Gaming-PC völlig ausreichend – du verlierst nur ein paar Erweiterungs-Slots, die kaum jemand nutzt. Mini-ITX ist das kompakte Format für kleine, schicke Gehäuse; es bietet nur einen Erweiterungs-Slot und wenig Platz für RAM, ist dafür aber winzig – und in der Regel teurer als ein gleich ausgestattetes ATX-Board.

Die Regel ist einfach: Ein größeres Board passt nicht in ein kleineres Gehäuse, umgekehrt schon. Ein mATX-Board passt also problemlos in ein ATX-Gehäuse, ein ATX-Board niemals in ein ITX-Gehäuse. Prüfe vor dem Kauf, welche Board-Formate dein Gehäuse aufnimmt – die Angabe steht in dessen Datenblatt.

VRM, RAM und Slots – die Technik, die wirklich zählt

Wenn ein Ausstattungsmerkmal den Aufpreis wert ist, dann die Spannungsversorgung (VRM). Sie liefert der CPU sauberen Strom, und bei starken Prozessoren unter Volllast entscheidet sie mit darüber, ob die CPU ihre Leistung dauerhaft hält oder heiß wird und drosselt. Für einen Ryzen 5/7 oder Core i5/i7 hat praktisch jedes ordentliche B-Board genug VRM-Reserve. Erst bei den heißen Top-CPUs (Ryzen 9, Core i9/Ultra 9) und beim Übertakten lohnt der Griff zu einem Board mit kräftigeren Wandlern und guten Kühlkörpern.

Beim Arbeitsspeicher ist die aktuelle Plattform eindeutig: AM5 und die modernen Intel-Sockel setzen ausschließlich auf DDR5 – der ältere DDR4 passt nicht mehr hinein. Achte auf mindestens zwei RAM-Steckplätze (für den wichtigen Dual-Channel-Betrieb) und darauf, welche Taktraten das Board offiziell unterstützt. Bei den M.2-Slots für NVMe-SSDs solltest du auf mindestens zwei Stück achten – einer fürs System, einer für später. Der oberste PCIe-Slot für die Grafikkarte ist auf jedem Board schnell genug; PCIe 5.0 an dieser Stelle ist ein Marketing-Argument, das aktuelle Grafikkarten gar nicht ausreizen.

Anschlüsse, WLAN und das rettende BIOS-Flashback

Zum Schluss die Ausstattung, die du täglich anfasst. Zähl kurz durch, wie viele USB-Ports du wirklich brauchst – für Maus, Tastatur, Headset, Ladekabel und Co. summiert sich das schnell – und ob ein moderner USB-C-Anschluss hinten dabei sein soll. Ein WLAN- und Bluetooth-Modul on-board kostet nur wenige Euro Aufpreis und erspart dir einen Steckplatz-Adapter; wer ohnehin per LAN-Kabel spielt, kann getrost darauf verzichten und ein paar Euro sparen.

Ein Feature, das im Datenblatt leicht übersehen wird, aber Gold wert sein kann, ist BIOS-Flashback (je nach Hersteller auch „Q-Flash Plus“ oder „USB BIOS Flashback“ genannt). Damit lässt sich das BIOS über einen USB-Stick aktualisieren, ohne dass überhaupt eine CPU im Sockel sitzt. Das rettet dich genau dann, wenn du ein älteres Board mit einer brandneuen CPU kombinierst, die es ab Werk noch nicht kennt – ohne Flashback stehst du sonst vor einem Board, das nicht startet. Gerade bei AM5, wo neue Ryzen-Generationen auf älteren Boards laufen, ist das ein enorm praktisches Sicherheitsnetz.

Für den Gaming-Alltag reicht die On-board-Soundlösung fast aller Boards locker aus – ein teureres Board allein wegen des Audio-Chips zu kaufen, lohnt sich für die wenigsten. Ein gutes Headset oder externe Boxen bringen mehr als jeder Onboard-DAC.

Welches Mainboard passt zu dir?

Die meisten / GamingTipp

B-Chipsatz (B650 / B760) · ATX oder mATX · DDR5 · 2× M.2

Ein solides Mittelklasse-Board hat alles, was ein Gaming-PC braucht – und macht kein Spiel langsamer als ein doppelt so teures. Für fast alle die richtige Wahl.

High-End / Übertakter

X670E / Z790 · starke VRM · PCIe 5.0 · Ryzen 9, Core i9

Für heiße Top-CPUs, manuelles Übertakten und maximale Anschluss-Vielfalt – nur dann ist der Aufpreis das Geld wert.

Kompakt / Mini-ITX

Mini-ITX · B650 / B760 · WLAN meist an Bord

Fürs kleine, schicke Gehäuse. Winzig und gut ausgestattet, aber teurer und mit weniger Steckplätzen als ein ATX-Board.

Sparfuchs / Einsteiger

A620 (AMD) / H610–B760 (Intel) · mATX

Das Nötigste für einen günstigen Build. Achte trotzdem auf DDR5 und zwei RAM-Slots für Dual-Channel.

Unsere Empfehlung

Für die allermeisten ist ein solides B-Chipsatz-Board die klügste Wahl: bei AMD ein B650 auf dem zukunftssicheren AM5-Sockel, bei Intel ein B760 (LGA1700) oder B860 (LGA1851). Achte zuerst darauf, dass Sockel und Formfaktor passen – zur CPU und ins Gehäuse –, dann auf DDR5, zwei M.2-Slots und genug USB-Ports. WLAN on-board lohnt sich, wenn du nicht per Kabel spielst, und BIOS-Flashback ist ein praktisches Sicherheitsnetz fürs spätere CPU-Upgrade. Beliebte, konkrete Beispiele sind das MSI B650 Gaming Plus WiFi oder das ASUS TUF Gaming B760-Plus WiFi. Ein teures X- oder Z-Board mit PCIe 5.0 überall bringt fürs reine Gaming so gut wie nichts – dieses Geld steckst du besser in Grafikkarte, RAM oder SSD.

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Häufige Fragen

Welches Mainboard passt zu meiner CPU?

Entscheidend ist der Sockel: AMDs aktuelle Ryzen brauchen ein AM5-Board, Intel-CPUs je nach Generation ein LGA1700- (12./13./14. Core) oder ein LGA1851-Board (Core Ultra 200). Die Sockel sind untereinander nicht kompatibel. Wirf zur Sicherheit einen Blick in die CPU-Support-Liste des Board-Herstellers – manchmal ist vorher ein BIOS-Update nötig.

Reicht ein B-Chipsatz oder brauche ich X670 / Z790?

Für die allermeisten reicht ein B-Chipsatz locker: B650 bei AMD, B760 (oder B860) bei Intel bieten alles, was ein Gaming-PC braucht. Die teureren X- und Z-Boards liefern vor allem mehr PCIe-5.0-Lanes, mehr Anschlüsse und CPU-Übertaktung – nur bei heißen High-End-CPUs oder ernsthaftem Übertakten (Intel K-CPUs brauchen dafür ein Z-Board) lohnt sich der Aufpreis.

Macht ein teureres Mainboard mein Spiel schneller?

Nein. Der Chipsatz und die Board-Ausstattung haben praktisch keinen Einfluss auf die Bildrate im Spiel – die bestimmen Grafikkarte und CPU. Ein teureres Board bringt mehr Anschlüsse, stärkere Stromversorgung und Übertaktungs-Features, aber keine fps. Das Geld ist bei GPU, RAM oder SSD besser investiert.

ATX, Micro-ATX oder Mini-ITX – was soll ich nehmen?

ATX ist der Standard mit den meisten Slots und passt in normale Midi-Tower. Micro-ATX ist etwas kleiner, günstiger und für einen Gaming-PC völlig ausreichend. Mini-ITX ist das kompakte Format für kleine Gehäuse – winzig, aber teurer und mit weniger Steckplätzen. Wichtig: Das Board-Format muss zu deinem Gehäuse passen (ein größeres Board passt nicht in ein kleineres Gehäuse).

Brauche ich DDR5 oder reicht DDR4?

Die aktuellen Plattformen (AMD AM5 und die modernen Intel-Sockel) unterstützen ausschließlich DDR5 – DDR4 passt dort gar nicht mehr hinein. Beim Neukauf ist die Sache also entschieden: Du brauchst DDR5-Speicher. Nur sehr alte oder Auslauf-Plattformen setzen noch auf DDR4.

Was ist BIOS-Flashback und brauche ich das?

Mit BIOS-Flashback (auch „Q-Flash Plus“ oder „USB BIOS Flashback“) lässt sich das BIOS per USB-Stick aktualisieren, ohne dass eine CPU im Board sitzt. Das rettet dich, wenn du ein älteres Board mit einer brandneuen CPU kombinierst, die es ab Werk noch nicht kennt. Besonders bei AM5, wo neue Ryzen auf älteren Boards laufen, ist das ein sehr praktisches Sicherheitsnetz – ein Board damit ist die kleine Mehrausgabe oft wert.

Quellen & weiterführende Tests

Diese Kaufberatung bündelt den Konsens unabhängiger Testredaktionen und ergänzt ihn um unsere Einschätzung und den tagesaktuellen Deal-Blick. Für tiefe Messwerte zu einem konkreten Modell lohnt der Blick zu den Profis:

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