Intel Xeon E5-2699 v4
Der Intel Xeon E5-2699 v4 ist das 22-Kern-Spitzenmodell der Broadwell-EP-Generation von 2016 für den Sockel LGA2011-3. Mit 22 Kernen, 44 Threads und Turbo bis 3,6 GHz liefert er gebraucht extrem viele Threads fürs Geld, richtet sich aber klar an Rendering und Virtualisierung statt an Gaming, da Basistakt und Single-Core-Leistung niedrig sind.
eBay lohnt sich bei Prozessoren oft, auch gebraucht und bei älteren Modellen.
Im Überblick
Der Xeon E5-2699 v4 war das Spitzenmodell von Intels Broadwell-EP-Generation und erschien im Frühjahr 2016 für den Sockel LGA2011-3. Mit zweiundzwanzig Kernen und vierundvierzig Threads, einem Basistakt von 2,2 GHz und Turbo bis 3,6 GHz stellte er die maximale Kernzahl der E5-2600-v4-Reihe. Gefertigt in 14 Nanometern, ausgestattet mit 55 MB L3-Cache und einer TDP von 145 Watt, war er ein reiner Rechenzentrums-Chip mit einem Listenpreis von rund 4.115 US-Dollar.
Auf dem Gebrauchtmarkt hat sich das Bild komplett gedreht. Was einst über 4.000 US-Dollar kostete, wechselt heute zu einem Bruchteil den Besitzer und liefert damit eine enorme Zahl an Threads pro Euro. In Verbindung mit X99-Mainboards entsteht so eine sehr günstige Vielkern-Workstation für schwere Multicore-Lasten. Da der Chip auch den Zweisockel-Betrieb unterstützt, sind auf entsprechenden Boards sogar Systeme mit vierundvierzig Kernen und achtundachtzig Threads möglich, was ihn für Render- und Virtualisierungsfarmen interessant macht.
Seine Stärke spielt der E5-2699 v4 überall dort aus, wo viele Threads zählen. Rendering, 3D-Berechnungen, Kompilierung großer Projekte und die Virtualisierung zahlreicher Maschinen profitieren stark von 44 Threads und 55 MB Cache. DDR4-2400 im Vierkanal und PCIe 3.0 mit 40 Lanes runden die Plattform ab.
Für Gaming ist der Chip dagegen die falsche Wahl. Der niedrige Basistakt von 2,2 GHz und die auf Durchsatz statt Single-Core-Tempo ausgelegte Architektur bremsen taktabhängige Spiele aus, zumal kaum ein Titel zweiundzwanzig Kerne nutzt. Eine integrierte Grafik fehlt ebenso wie moderne Plattform-Features.
Wer eine bezahlbare Vielkern-Maschine für produktive Multicore-Aufgaben sucht, bekommt mit dem E5-2699 v4 sehr viel Rechenleistung fürs Geld. Als Gaming-Prozessor oder für taktabhängige Programme sollte man dagegen zu einer moderneren CPU mit höherem Takt greifen.
Spezifikationen
| Architektur | Broadwell-EPWikipedia |
| Fertigung | 14 nmWikipedia |
| Kerne | 22Wikipedia |
| Threads | 44Wikipedia |
| Basistakt | 2,2 GHzWikipedia |
| Boost-Takt | 3,6 GHzIntel |
| L3-Cache | 55 MBWikipedia |
| TDP | 145 WWikipedia |
| Sockel | LGA2011-3Wikipedia |
| Integrierte Grafik | KeineWikipedia |
| Speicher-Support | DDR4-2400 (Quad-Channel)Wikipedia |
| PCIe | PCIe 3.0 (40 Lanes)Intel |
| UVP zum Launch | 4.115 USD (Tray-Listenpreis)Wikipedia |
| Marktstart | 31.03.2016Wikipedia |
Einordnung nach Anwendungsfall
Redaktionelle Einordnung, kein Messwert.
Der niedrige Basistakt und die enorme Kernzahl passen schlecht zu Spielen, die nur wenige Threads nutzen.
Mit 44 Threads bleibt selbst bei anspruchsvollem Software-Encoding reichlich Reserve.
Für schweres Rendering und 3D-Arbeit ist die hohe Kern- und Threadzahl ideal.
Viele virtuelle Maschinen und schwere parallele Lasten laufen dank 22 Kernen hervorragend.
Die 14-nm-Fertigung hilft beim Durchsatz, die hohe TDP und schwache Single-Thread-Effizienz trüben das Bild.
Gebraucht bekommt man extrem viele Kerne fürs Geld, für Gaming lohnt sich der Chip aber nicht.
Stärken & Schwächen
✓ Stärken
- Zweiundzwanzig Kerne und 44 Threads, maximale Kernzahl der E5-v4-Reihe
- Riesige Thread-Zahl pro Euro auf dem Gebrauchtmarkt
- 55 MB L3-Cache und DDR4-2400 im Vierkanal-Betrieb
- Sehr stark bei Rendering, Kompilierung und Virtualisierung
✗ Schwächen
- Niedriger Basistakt von 2,2 GHz, schwach in taktabhängigen Spielen
- Hohe TDP von 145 Watt und mäßige Effizienz pro Thread
- Keine integrierte Grafik, dedizierte Grafikkarte nötig
- Alte LGA2011-3-Plattform ohne PCIe 4.0
Unser Fazit
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Häufige Fragen
Ist der E5-2699 v4 gut zum Spielen?
Nur eingeschränkt. Der niedrige Basistakt von 2,2 GHz und die Auslegung auf viele Kerne bremsen taktabhängige Spiele, die kaum mehr als eine Handvoll Threads nutzen. Für Gaming sind taktstärkere CPUs deutlich besser.
Wofür eignet sich der E5-2699 v4 am besten?
Für schwere Multicore-Aufgaben wie Rendering, 3D-Berechnungen, Kompilierung und Virtualisierung. Dort spielen die 44 Threads und 55 MB Cache ihre Stärke aus.
Warum ist der E5-2699 v4 heute so günstig?
Als ausgemusterter Server-Chip wird er in großen Stückzahlen gebraucht verkauft. Der ursprüngliche Listenpreis von über 4.000 US-Dollar spielt dabei keine Rolle mehr, entscheidend ist der aktuelle Gebrauchtwert.
Wie hoch ist der Stromverbrauch?
Mit 145 Watt TDP liegt er höher als die anderen Modelle dieser Auswahl. Für zweiundzwanzig Kerne ist das noch vertretbar, die Effizienz pro Thread bleibt aber hinter modernen CPUs zurück.
